Wirklich modern ist sie nicht mehr, die Bekleidung aus Lodenstoff. Ganz verschwunden ist aber dennoch nicht, denn nach wie vor hat dieser Stoff seine festen Haupteinsatzgebiete und ist auch darüber hinaus für viele weitere Bereiche geeignet. So findet dieser Stoff nach wie vor seine Freunde jung und alt.
Die Geschichte des Loden ist sehr alt. Es wird davon ausgegangen, dass sich das Wort vom althochdeutschen „Lodo“ ableitet, was seit dem 10. Jahrhundert belegt ist. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass sich das Wort „Loden“ von „Lodi“ ableitet, was zwei Bedeutungen hat. Im Mittelhochdeutschen hieß „Lodi“ einfach nur „Mantel“, während der gleiche Begriff im Altnordischen eher mit „zottiger Mantel“ zu übersetzen wäre.
Ursprünglich wurden mit „Loden“ nicht gewalkte Stoffe bezeichnet, während spätestens seit dem Hochmittelalter der Loden gewalkt wird, um später verarbeitet zu werden. „Walken“ bedeutet, dass durch das Material strapazierende Behandlungen die Oberfläche des gewebten Stoffes derart verfilzt wird, dass seine Webstruktur kaum noch oder gar nicht mehr erkennbar ist. Ursprünglich wurde nur Gewebe aus Wolle gewalkt, seit Beginn des 20. Jahrhunderts lässt man diese Behandlung auch verschiedenen Mischgeweben angedeihen, die jedoch immer mindestens 20% Wollanteil haben müssen.
Lodenstoff war gewalkt oder ungewalkt der traditionelle Kleidungsstoff der ländlichen Bevölkerung Mitteleuropas. So findet Loden heute noch massive Verwendung in Bereich der Trachtenmode. Im Alltag wird der Stoff insbesondere von Jägern noch sehr gerne getragen, da der gewalkte Stoff beinahe geräuschlos ist und folglich sehr gut für die Pirsch geeignet.
Ein fein gewalkter Loden lässt sich zudem sehr angenehm tragen. Trotz seines eher geringen Gewichts ist er sehr strapazierfähig und hat Eigenschaften, die mit denen der Microfaser vergleichbar sind. So kann der Walkstoff mehr als 50% seines Eigenvolumens an Feuchtigkeit aufnehmen und wirkt zudem temperaturregulierend.