In den einschlägigen Lexika der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde die Demenz noch als “altersbedingter Blödsinn” bezeichnet. Inzwischen ist bekannt, dass hinter dieser fortschreitenden Vergesslichkeit eine ernsthafte Krankheit steckt, die trotz aller Forschungsmaßnahmen bislang noch nicht heilbar ist. Doch das Fördern der noch vorhandenen kognitiven Fähigkeiten kann den Verlauf hinauszögern.
Ursachen und Verlauf
Demenz kann diverse Ursachen und Erscheinungsformen (z. B. Alzheimer oder Korsakow-Syndrom) haben, die in den seltensten Fällen rein psychischer Natur sind. Vielmehr handelt es sich um messbare Hirnschäden, die sich mit der Zeit verstärken. Meistens fängt es mit einer merkwürdigen Vergesslichkeit an. Dinge “verschwinden” und werden an den seltsamsten Plätzen aufgefunden. Im weiteren Verlauf kommt es zu Orientierungslosigkeit, Wortfindungsstörungen und dem totalen Kontrollverlust über die Funktionen des eigenen Körpers. Der Betroffene ist dann nicht selten inkontinent und auf den Rollstuhl sowie das Anreichen von Nahrung angewiesen. Seine Wahrnehmung der Welt scheint dabei, sofern noch äußerbar, die eines kleinen Kindes zu sein.
Typische Symptome
Insbesondere bei Alzheimerpatienten ist das so genannte “Geldzählersyndrom” verbreitet. Dabei handelt es sich um einen Automatismus, der die Betroffenen Daumen und Zeigefinger fast unaufhörlich aneinanderreiben lässt. Auch Rast- und Ruhelosigkeit, die sich durch ständiges Hinsetzen und Aufstehen äußert, ist zu beobachten. Charakteristisch ist auch im späteren Verlauf das Vergessen oft gebrauchter Wörter und das darauf aufbauende Ersetzen der fehlenden Begriffe durch völlig unpassende, was dem Sprecher aber nicht bewusst wird. Heiminsassen werden oft von einer starken Tendenz getrieben, ihr ehemaliges Zuhause aufzusuchen, das in den meisten Fällen gar nicht mehr existiert. Vielfach glauben sie dabei, ganz in dessen Nähe zu sein und verlaufen sich auf dem Weg. Wird versucht, sie aufzuhalten, sind defensiv-aggressive Verhaltensweisen nicht selten. Das ständige Verlegen von Gegenständen führt ferner dazu, dass sie oft glauben, bestohlen worden zu sein. Und dies ist leider gar nicht so falsch, denn dementiell veränderten Menschen wird in der Tat tagtäglich etwas gestohlen: Ihr Gedächtnis.